BFSG 2025: So vermeiden Sie Bußgelder bis zu 100.000€
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) ist am 28. Juni 2025 in Kraft getreten. Verstöße kosten bis zu 100.000€ Bußgeld – aber 96% aller Probleme lassen sich schnell lösen. Vorbeugen ist deutlich günstiger als nachträglich korrigieren.
Die neue Marktüberwachungsstelle in Magdeburg kontrolliert bereits und wird ihre Prüfungen ausweiten. Wer jetzt handelt, vermeidet Strafen und erschließt gleichzeitig den Markt von Menschen mit Behinderungen in Deutschland.
Frühe Maßnahmen sind deutlich günstiger als spätere Korrekturen. Handeln Sie jetzt und sichern Sie sich Vorteile statt Strafen.
Was droht Unternehmen unter dem BFSG?
Das BFSG unterscheidet zwischen schweren Verstößen (bis 100.000€) und anderen Verstößen (bis 10.000€). Schwere Verstöße sind: nicht-konforme Produkte verkaufen, CE-Kennzeichnungen vergessen oder nicht-barrierefreie Services anbieten.
Betroffen sind alle Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern und über 2 Millionen Euro Jahresumsatz in diesen Bereichen: Online-Shops, Banken, Telekommunikation, Transport und Medien.
Die Überwachung läuft zunächst über Beschwerden, wird aber systematischer. Die Behörden können prüfen, Nachbesserungen fordern, Produkte zurückrufen oder Services verbieten. Zusätzlich drohen Abmahnungen von Konkurrenten.
Übergangsfristen gibt es nur wenige: Neue Services müssen sofort konform sein. Bestehende Verträge haben bis 2030 Zeit.
Die "Big 6": 6 Probleme verursachen 96% aller Verstöße
WebAIM Million 2025-Studie bestätigt: Sechs Problemarten sind für 96% aller automatisch erkennbaren Barrierefreiheits-Verstöße verantwortlich. Mit gezielten Maßnahmen lösen Sie die meisten Probleme schnell.
1. Zu schwache Farbkontraste (79,1% der Websites) Die WCAG 2.1 fordert mindestens 4,5:1 Kontrast für normalen Text und 3:1 für großen Text. Mit Tools wie WebAIM Contrast Checker oder Chrome DevTools können Sie den Kontrast einfach prüfen.
2. Fehlende Alt-Texte (etwa ein Drittel aller Bilder)
Beschreibende Alt-Texte für wichtige Bilder, alt="" für Deko-Bilder. Alt-Texte sollten den Zweck und Inhalt des Bildes im Kontext vermitteln - bei funktionalen Elementen die Funktion, bei informativen Bildern den Inhalt.
3. Unbeschriftete Formularfelder (34,2% der Formularfelder)
Mit <label for="fieldId"> oder aria-label machen Sie Felder für Screen Reader zugänglich.
4. Leere Links und Buttons Statt "hier klicken" verwenden Sie beschreibende Texte wie "Produktkatalog herunterladen".
5. Fehlende Sprachauszeichnung
<html lang="de"> im HTML-Head reicht für eine korrekte Screen Reader-Ausgabe.
6. Schlechte Tastaturnavigation Alle Funktionen müssen ohne Maus bedienbar sein. Sichtbare Fokus-Indikatoren zeigen, wo man sich gerade befindet.
Diese sechs Maßnahmen verbessern Ihren Accessibility-Score erheblich bei überschaubarem Arbeitsaufwand für eine normale Website.
Ihr 3-Phasen-Plan zur schnellen Compliance
Phase 1: Kritische Probleme lösen (Woche 1)
Scannen Sie Ihre Website mit axe DevTools oder WAVE und beheben Sie sofort:
- Alle kritischen Kontrastfehler
- Fehlende Labels in Formularen
- Alt-Texte für wichtige Bilder (Logo, Navigation, Hero-Images)
Ein Tag Arbeit bringt bereits erhebliche Verbesserungen.
Phase 2: Systematisch erweitern (Woche 2-3)
- Alle Links mit aussagekräftigen Texten versehen
- HTML-Sprachauszeichnung zu allen Seiten hinzufügen
Diese Maßnahmen verbessern Ihre Compliance deutlich.
Phase 3: Perfektionieren (Monat 2)
- Komplette Tastaturnavigation testen (Maus wegpacken, nur mit Tab-Taste navigieren)
- Sichtbare Fokus-Indikatoren für alle klickbaren Elemente
- Logische Überschriftenstruktur (H1-H6) prüfen
- Verständliche Fehlermeldungen in Formularen
Technischer Tipp: Fokus-Indikatoren mit CSS setzen für einen schnellen sichtbaren Fokus-Indikator:
button:focus { outline: 2px solid #0066cc; outline-offset: 2px; }
Tools für Entwickler: Automatisch testen und verbessern
Schnelle Tests ohne Vorkenntnisse:
- Chrome DevTools Lighthouse für kostenlosen Accessibility-Audit
- Axe DevTools Browser-Extension findet etwa 30-40% aller Probleme automatisch
- WAVE Browser-Extension von WebAIM für detaillierte Accessibility-Analyse
Individuelle Beratung: Wir beraten Sie gerne, wie Sie Accessibility-Checks in Ihren Entwicklungsprozess integrieren können – von automatisierten Tests bis zu manuellen Prüfverfahren.
Warum sich Barrierefreiheit finanziell lohnt
Frühzeitiges Handeln ist günstiger: Accessibility-Experten bestätigen: Probleme in der Design-Phase zu beheben kostet deutlich weniger als nachträgliche Korrekturen in der Produktion.
Deutsche Realität: Das BFSG sieht Bußgelder bis zu 100.000€ vor, plus Anwalts- und Verfahrenskosten. Proaktive Compliance-Maßnahmen sind deutlich günstiger als nachträgliche Korrekturen und schützen vor wiederholten Strafen.
Zielgruppen besser erreichen: Menschen mit Behinderungen und ihre Familien stellen eine wichtige Kundengruppe dar. Barrierefreie Websites verbessern die Nutzererfahrung erheblich und können zu höherer Kundentreue führen.
Kosten sparen: Barrierefreie Websites reduzieren Supportanfragen, da Nutzer seltener Hilfe bei der Navigation benötigen.
Erfolgreiche Unternehmen berichten von hohen Returns on Investment innerhalb von drei Jahren.
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